Aller guten Dinge sind drei

Was heißt “Aller guten Dinge sind drei”? Woher kommt der Ausdruck? Was bedeutet er im Alltag? In der Naturwissenschaft? Wieso sind aller guten Dinge drei? Warum ist die Drei besonders? Kommt ihr wirklich eine besondere Bedeutung zu?

Nun, mittlerweile tatsächlich, ja. Doch davon im Folgenden mehr.

Grundsätzliche Bedeutung

Die Redewendung “aller guten Dinge sind drei“ spricht davon, dass die Zahl Drei von einer bestimmten Sache oder einem Ding besonders positiv anzusehen ist. Zum einen kann man damit rechtfertigen, dass man einen dritten Versuch unternimmt. Etwa um etwas zu erreichen oder zu bekommen. Zum anderen aber auch, dass man von etwas drei Stück besitzt.

aller guten Dinge sind drei - römische Zahl
3 = III

Alles zur “guten 3”

Ursprung

Früher war das Ding oder Thing (nördlichere oder ältere Form) der Name einer germanischen Volks- und Gerichtsversammlung. das Wort ist belegt seit dem achten Jahrhundert, im Frühmittelalter vor allem süddeutsch, später allgemein. Nun bezieht sich das Sprichwort dabei auf die Bedeutung der Zahl Drei im germanischen bzw. mittelalterlichen Rechtswesen. Das Gericht (Thing) wurde nämlich indes dreimal im Jahr gehalten. Insgesamt musste ein Angeklagter dort dreimal geladen werden. Sofern er dann immer noch fern blieb, konnte er in Abwesenheit verurteilt werden.

Das Sprichwort “Aller guten Dinge sind drei” in anderen Sprachen

Das Sprichwort ist sehr tief in der Europäischen Geschichte verwurzelt. Insofern wundert es nicht, dass es auch in anderen Sprachen, wenngleich abgewandelt, vorkommt. Im Englischen z.B. heißt es: “third time’s a charm”. Vielleicht wörtlich etwas wie: “das dritte Mal hat einen besonderen Charme”.

Im Französische dabei wiederum: “jamais deux sans trois”. Wörtlich: “nie zweimal ohne ein drittes Mal”. Das französische Sprichwort kann auch auf etwas anderes abzielen. Dass nämlich, wenn eine Sache zweimal passiert ist, es wahrscheinlich ist, dass sie auch noch (mindestens) ein drittes Mal passiert.

“Aller guten Dinge sind drei” im Alltag

Im Alltag sagt man manchmal salopp “alle guten Dinge sind drei” und lässt das “r” weg. Aber das nur am Rande. Sowohl im Leben als auch am Glücksspielautomaten sind stets “aller guten Dinge drei”. Es könnte auch heißen, wenn einen das Glück jahrelang verlassen hat, kehrt es nach diesem Sprichwort gleich dreimal hintereinander wieder. Der Erfinder des Glücksspielautomaten, Charles Frey, übrigens nahm die Redensart ganz wörtlich. Bei seinen Geräten und “einarmigen Banditen” bedeuten drei Freiheitsglocken nebeneinander noch immer den Hauptgewinn.

Wissenschaft und “3”

Ein interessantes Beispiel für die Bedeutung der Zahl Drei ist auch die Farbenlehre: Es gibt drei Grundfarben (RGB = Rot, Grün, Blau) aus denen sich die anderen Farben mischen lassen. Nimmt man die drei Grundfarben zu gleichen Anteilen, ergibt sich Schwarz, Grau oder Weiß.

aller guten Dinge sind drei - Farben
Spektralfarben

In der Quantenphysik taucht die drei des öfteren auf. Beispielsweise als die drei möglichen Farbladungen der starken Kraft, oder auch als die drei Generationen der Materie im Standardmodell der Teilchenphysik:

Cush, Public domain, via Wikimedia Commons
Standardmodell der Teilchenphysik

Verwandte Redewendungen

Ähnliche oder verwandte Redewendungen dazu sind indessen etwa:

  • Drei Kreuze machen (etwas glücklich geschafft haben, froh sein, erleichtert sein)
  • Alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (nichts wird verschont, was in greifbarer Nähe ist)
  • Drei ist einer zu viel (Gegenteilige Redewendung; gilt vor allem bei zwischenmenschlichen Beziehungen)

Fazit

Tatsächlich ist die Drei etwas besonderes. Der Anfang komplexerer Sachverhalte.

0 und 1 bilden nur zwei Zustände ab. “Ja” oder “Nein”, “wahr” oder “falsch”. Mit einem dritten Zustand wird es interessant: “vielleicht” oder auch “zum Teil”.

Nur in der reinen Mathematik kommt man mit der einfachen Sichtweise von “wahr” und “falsch” zurecht. Im wahren Leben, in der Realität sind es nicht “Schwarz” und “Weiß” sondern Grautöne und meist, in der Regel sogar viele verschiedene bunte Töne.

Leben ist bunt
Leben ist bunt

Das Leben ist bunt. Drei ist der Anfang von bunt.

SH, 11.05.2021

(Un-)Sinn der Mathematik

Was ist der Sinn der Mathematik? Was überhaupt ist Mathematik? Warum braucht “man” sie? Warum braucht man sie nicht? Wo sind ihre Grenzen? Wo ihre Stärken? Was lehrt uns der Vergleich von Natur und Mathematik? Und warum muss sich unsere Einstellung zum Sinn der Mathematik ändern?

Genug 8en, Genug 9, Genug 4en, Genug 5en

27, 8 Milliarden, 3 Millionen, Trilliarden

Gleich, gleich, Hoch, hoch …

Das gelobte Land der Mathematik – Die Radierer

Was ist Mathematik?

Definition?

Die Mathematik aus dem Altgriechischen μαθηματική τέχνη (mathēmatikē téchnē) = die Kunst des Lernens ist eine Formalwissenschaft. Geschichtlich enstand sie aus der Untersuchung von geometrischen Figuren einerseits und dem Rechnen mit Zahlen andererseits. Es gibt für den Begriff Mathematik keine allgemein anerkannte Definition. Üblich ist es heute, sie als eine Wissenschaft zu beschreiben, die durch logische Definitionen selbstgeschaffene abstrakte Strukturen mittels der Logik auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht.

Götter

Dontworry, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Sollte es in 100 Jahren noch Historiker geben, werden Sie über die erste Hälfte des 21. Jahrhundert wohl vor allem eines sagen: dass wir versuchten, wie Götter zu werden, während wir gleichzeitig den Planeten so zerstörten, dass tatsächlich nur noch Götter auf ihm hätten leben können.

Richard David Precht